Always look at the bright side of life! Monty Python-Kenner haben's leichter... |
In Cairns hat's grad geregnet, aber die Sonne scheint schon wieder, und es ist heiß und
schwül. Ein Taxi bringt uns zum nicht weit entfernten Stadtbüro von Europcar, das zum Glück schon offen hat. Einen Mitsubishi in Golf-Größe will mir der Büroleiter zwar als upgrade zum gebuchten full-size car verkaufen (Passat, Camry oder dergleichen), ich kann den benefit für uns aber beim besten Willen nicht erkennen. Also legt er (angeblich) noch eins drauf und gibt uns einen Toyota RAV4 (also mit Allradantrieb, der wohl für die nächsthöhere Klasse verantwortlich ist). Auch kein Loch von einem Kofferraum, aber wurscht, wir kriegen unser Gepäck rein und fahren los. Und zwar in Richtung Süden, Brisbane ist das Ziel, aber erst in 11 Tagen.
Wir fahren an endlosen Zuckerrohrfeldern vorbei, bevor wir nach ca. 30 km in die Atherton Tablelands nach Westen ins Landesinnere abzweigen. Es geht bald ziemlich kurvig und steil nach oben, das Klima wird deutlich angenehmer, kühler (von 30° unten auf 25) und trockener. Wir haben beide, Itte mehr, ich weniger, Probleme mit den Ohren. Kommt wohl einerseits vom Tauchen, andererseits fahren wir in kurzer Zeit von Meeresniveau auf 750 Meter rauf. Auch die Vegetation wechselt von tropisch zu weiten hügeligen Hochebenen mit viel Gras und Wald. Dazwischen immer wieder Palmen und andere Pflanzen, die wir hier
nicht vermuten würden. Die Assoziation geht eher in Richtung z.B. Nockalmstraße. Strange. Aber sehr schön. Wir zweigen auf eine kleine Nebenstraße ab zum Cathedral Fig Tree, einem mehr als dreißig Meter hohem Feigenbaum. Seine Krone ist rund 2.000 m² groß, und sein eigentlicher Stamm von hunderten Luftwurzeln der in seinen Ästen lebenden Parasitenfeigen umgeben. Diese leben von abgestorbenen Blättern und dergleichen so vor sich hin, bis ihnen das nimmer genügt und sie die Wurzeln runterschicken. Im Endeffekt kann es vorkommen, dass sie ihren Wirt umbringen, weil sie ihn am Weiterwachsen hindern. Ein außerirdischer Anblick (den wir in kleineren Ausprägungen auch schon in Kuranda und Cairns faszinierend gefunden, aber bisher nicht verstanden haben). Der aufmerksame Leser erinnert sich an die Fotos oder blättert zum entsprechenden Eintrag zurück. An einem kleinen See bleiben wir stehen und genießen eine Melone, die wir nebst anderen vegetarischen Sachen für den Tag in Cairns eingekauft haben. Auch hier, wie vorher beim Feigenbaum, laufen mehrere Kasueusen (heißen die wirklich so, die Weiberln?). Die wesentlich interessanteren und potenziell gefährlicheren Männchen bekommen wir (leider oder zum Glück) nicht zu Gesicht.
Das Wasser ist klar und erstaunlich kalt, ich sag mal, maximal 20°. Unterm Wasserfall kommt mir der Gedanke, dass man da doch ein nettes Foto nach oben schießen könnte, falls man ein wasserdichtes Gehäuse hat. Man hat, also raus aus dem Wasser, nach oben zum Auto gehirscht, equipment geholt und wieder rein ins Wasser. Ist ganz gut geworden, finde ich. Nach Cardwell sind es noch rund zwei Stunden, die Fahrt ist sehr schön und abwechslungsreich. Neben den weiten Zuckerrohrplantagen sehen wir auch Bananenplantagen mit durch Plastiksäcke geschützten Fruchtbüscheln. Babybananen, sehr
interessant, die Fotos davon, sowie die restlichen des Tages, fallen leider einem Überspielfehler auf die Festplatten zum Opfer, muss ich grad feststellen. Und die Karte der Kamera war voll, sodass ich sie gelöscht hab. Merke: immer auch die zweite Karte verwenden und erst löschen, wenn's gar nimmer anders geht. Grrrr...
Das Motel in Cardwell liegt direkt am Meer (schwimmen aber eher nicht so gut wegen der Krokodile) und wurde von den Eigentümern, einem neuseeländischen Paar, liebevoll restauriert (ganz fertig sind sie noch nicht). Ich hol uns aus dem nahen Supermarkt ein paar
Sachen für ein legeres Abendessen auf der Terrasse, dazu was aus dem Bottle Shop von gegenüber. Mit drei Achterln im Blut hole ich meinen Blog-Rückstand ein wenig auf, während Itte nach fünf Minuten Lesen ermattet in die Arme von Morphium oder Orpheus oder wie der halt heißt, sinkt.
Übrigens, Auflösung der Leserfrage vom 16.10., die da lautete: Hat jemand eine Idee, wie das funktionieren könnte, die [Rinds]Viecher aus den Weiten der Steppe in die Enge der Gehege zu bekommen (von wo sie dann mit dem Road Train zum Schlachthof gebracht werden, aber das wissen sie ja nicht)? Richtige Antwort: mit Wasser. Es gibt kein natürlich vorkommendes, also müssen sie immer zu den Tränken, diese verlegt man immer mehr dorthin, wohin man die Tiere haben will und dreht weiter hinten den Wasserhahn zu. Einfach, aber doch primitiv! Keiner hatte sie, die Idee, daher kommt auch keiner in den Genuss des Preises, nämlich eines Abendessens mit Itte und mir im Steirereck.
Kormoran am Millaa Millaa Fall |
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